Die vielköpfige Multitude
Zur operaistischen Frage nach der Klassenzusammensetzung

3. Juli 2008 │ 20:00 │ FSU Jena CZ3 HS7

In der Kneipe jobben, um das Studium zu finanzieren? 40 Stunden Arbeit und trotzdem auf Hartz IV? Flexibel, einsatzbereit, Frühaufsteher? Heute zur Montage in Düsseldorf, morgen mit »Manpower« in Dresden?

EY, GEHT‘S NOCH?

Arbeit ist nach wie vor zentraler Bestandteil des Lebens. Die Formen der Arbeit, Anforderungen und Organisation unterscheiden sich jedoch erheblich. Nur in einem gleichen sie sich mehr und mehr: sie sind befristet, schlecht bezahlt, machen kaputt und krank, sind aber ebenso oft alternativlos:

ZU VIEL SCHEISSE FÜR ZU WENIG GELD…

gilt nicht nur für »toilet assistants«. Wenig wahrscheinlich, dass verunsicherte LohnarbeiterInnen, prekär Beschäftigte und Arbeitslose sich als Ausgebeutete erkennen, zur Klasse schmieden und in die letzte Schlacht ziehen. Gegen diese orthodoxe Vorstellung hilft die Analyse der »Klassenzusammensetzung«, die die Pluralität von Arbeitsformen und Subjektivitäten berücksichtigt. Es sind eben ganz verschiedene Bedingungen, unter denen Klassenkämpfe geführt werden und die der politischen Zuspitzung und Ausweitung von Konflikten den Weg ebnen. In der Veranstaltung wollen wir diskutieren, was es mit dem

KONZEPT KLASSENZUSAMMENSETZUNG

auf sich hat, und wie es – abseits orthodoxer Vorstellungen von Klasse und Klassenkampf – dabei hilft, die Gemeinsamkeiten prekarisierter Arbeits- und Lebenslagen zu artikulieren, ohne die Unterschiede zu vernachlässigen. Dabei wird der Operaismus zur Sprache kommen, eine unkonventionelle Strömung des westlichen Marxismus, die in den 1960er Jahren in Italien entstanden ist und deren VertreterInnen den Begriff Klassenzusammensetzung entwickelten.

Veranstaltung mit Thomas Atzert, Autor und Übersetzer (u.a. »Empire« von Hardt/Negri), hat zu den gegenwärtigen Veränderungen metropolitaner Produktions und Existenzweisen geforscht und publiziert (»Immaterielle Arbeit und imperiale Souveränität«, 2004; »Empire und die biopolitische Wende«, 2007).

Initiativgruppe für erweiterte Handlungsfähigkeit & Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen

Download des Flyers hier. Wie uns zugetragen wurde, hat die Deutsche Gesellschaft für Soziologie unser Motiv geklaut: www.dgs2008.de. Wie einfallslos…